[Startseite]   [Forum Alleinerziehende - Übersicht]   [Impressum]  

Forum für Alleinerziehende und Single-Eltern

Forum, Portal und Treffpunkt für Alleinerziehende und Patchwork-Familien
Aktuelle Zeit: 20. Mai 2012, 00:49:06


Noch nicht registriert?
Als Registriertes Mitglied hast Du Zugriff zu allen Funktionen dieser Website - Lesezeichen, Chat, Private Nachrichten mit anderen Usern austauschen, eigene Themen schreiben.... - jetzt kostenlos registrieren.

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
 
Werbung
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Film "Der entsorgte Vater"...
BeitragVerfasst: 11. Jun 2009, 18:13:37 
Offline
Admin-Technik
Admin-Technik
Benutzeravatar

Registriert: 23. Mär 2005, 20:45:25
Beiträge: 198
Wohnort: Schifferstadt
Furore macht gerade der Dokufilm "Der entsorgte Vater", der gerade auf Tournee in ausgesuchten Kinos zu sehen ist.

Mehr dazu hier:

http://www.der-entsorgte-vater.de

Ich konnte gestern an der Premiere in Karlsruhe in der Schauburg teilnehmen und möchte euch einige Eindrücke nicht vorenthalten.

Eine sehr einfühlsame Doku im Stil der 37°-Reportagen im ZDF, eher noch "näher dran" am Menschen, mit viel Raum für die einzelnen Figuren, leise, ohne erhobenen Zeigefinger - vielfach wirken einfach nur die Gesichtsausdrücke der Protagonisten. Vermisst habe ich etwas die Beleuchtung des juristischen Hintergrundes, es wurde nicht immer ganz klar, warum die Väter im einzelnen ihre Kinder nicht sehen durften / konnten, hätte aber wahrscheinlich den Rahmen gesprengt, die emotionale Ebene stand ganz klar im Vordergrund. Dass der Filmemacher auch Protagonist ist, ist unverkennbar und färbt den Film nachhaltig, die professionelle Distanz fehlt, muss angesichts der Erfahrungen des Filmemachers zwangsläufig fehlen. Das mag kritikwürdig sein, wurde aber andererseits auch nie in Abrede gestellt. Der Zuschauer wird nicht im Zweifel darüber gelassen, dass hier autobiografische Züge wesentlicher Antrieb waren und wird so in die Lage versetzt, sich entsprechend zu positionieren. Auch fehlen komplett Stellungnahmen der Gegenseite, also der jeweiligen Mütter. Es ist eine stark emotional gefärbte Aufnahme aus der Sicht der Väter, auch wenn eine Frau mit ihrer Geschichte zu Wort kommt, die aber losgelöst von den anderen zu sehen ist. Das muss man entsprechend würdigen, gleichwohl verlässt man(n) das Kino mit dem Gefühl, dass es genau dafür höchste Zeit war - jedenfalls ging es mir als Betroffener so.

Alles in allem ist es ein gelungenes Werk, das hoffentlich viele zum nachdenken anregen wird. Insbesondere über diesen unausgesprochenen gesellschaftlichen Konsens, der von Vätern verlangt stillschweigend die zugewisene Rolle anzunehmen, sich in gewisser Weise leise zu entsorgen, diesen stetigen Gegenwind, den man von allen Seiten spürt, wenn man mehr für sein Kind bleiben will als das.

Die anschließende Diskussion (fast alle im Film gezeigten Personen waren da) ist nach meinem Geschmack nach vielversprechendem Anfang leider in Selbstdarstellungsambitionen der im Publikum anwesenden Verbandsvertreter und selbsternannter Interessenführer untergegangen. Jeder wollte im Windschatten des Wirbels, den der Film offensichtlich auslöst (das Kino war fast voll, viele Medienvertreter waren anwesend) offensichtlich Werbung für seine eigene kleine Sache machen, oder sich einfach selbst darstellen. Interessant hingegen waren im Anschluss daran im Foyer die "kleinen Diskussionen" direkt mit anderen Besuchern, für die an bereit gestellten Stehtischen und Bierbänken im Innenhof des übrigens sehr schönen Kinos Raum geboten wurde.

Persönlich kann ich mitnehmen, dass es noch schlimmer geht als in meinem Fall, insbesondere hatte ich offensichtlich Glück mit Jugendamt und Gericht. Im Falle des Autors kamen wohl beide zu der Ansicht, dass nach Wegzug der Mutter das Kind "Ruhe" brauche - in diesem Fall bedeutete das eine Aussetzung des Umgangs für 2 Jahre - der Vater als Ruhestörer, amtlich bestätigt !

Viele der Gedankengänge der Protagonisten gingen mir sehr nahe, man fühlt stark mit. Unvergesslich bleiben wird mir, wie der erste selbstgeschriebene Brief der Tochter an ihren Vater gezeigt wird, mit krakeliger kindlicher Handschrift ausgeführt, indem sie schreibt, dass sie ihn nicht mehr sehen will und auch nichts mehr mit ihm unternehmen will, oder wie die Kamera das Gesicht eines anderen Vaters zeigt, wie er zum wiederholten Mal ein Paket öffnet, indem sich Briefe und Weihnachtsgeschenke an seine Kinder befinden, die die Mutter - allesamt ungeöffnet - zurückgeschickt hat...

Ein guter Tipp, wer kann, sollte sich das anschauen - auch und besonders die Mütter... :wink:

_________________
Auch ein Weg von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde



 Ähnliche Beiträge
 Titel des Themas   Forum   Autor   Antworten 
 Vater-Tochter Beziehungen...  Sonstige Themen  Leo  3
 Fast Cash Payday Loan Money :: Indirect Loans | "easy Dollar  Neue Urteile und Gesetze  claudiusb  0
 "Kind will nicht" kann Umgang nicht verhindern...  Umgang, Besuchsrecht und Unterhalt  Admin  5
 Online E.e.s.-400-filmtab In Bradford Fedex E.e.s.-400-film  Sonstige Themen  claudiusb  0
 Money Now Right | How To Get Money Quick | "lim Loans"  Patchworkfamilien...  claudiusb  0
 Фотографии"кунилингус обучающее" на любой вкус  Forumankündigungen  baFcdcFjfghBhfA  0
 Vater ist im Ausland und zahlt nicht  Umgang, Besuchsrecht und Unterhalt  hexewible  1

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de