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Forum für Alleinerziehende und Single-Eltern

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 Betreff des Beitrags: Bringen oder abholen lassen?
BeitragVerfasst: 16. Jun 2009, 20:17:01 
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Registriert: 16. Jun 2009, 19:51:34
Beiträge: 1
Hallo zusammen,

bin ganz neu hier und habe mich angemeldet, um eventuell Antworten auf Fragen bezüglich des Umgangs des Vaters meiner beiden Kinder zu bekommen.

Grundsätzlich würde ich gerne wissen, ob ich als der Elternteil bei dem die Kinder leben, dazu verpflichtet bin dem Kindsvater die Kinder alle vierzehn Tage zu bringen. Fakt ist, dass ich dies sieben Jahre getan habe und er hat die beiden dann Sonntag Abend wieder nach Hause gefahren. Ich habe es ohne Murren getan, weil ich befürchtete, dass er die Kinder sonst gar nicht mehr sieht, denn anfangs hatte er die Kinder gar nicht haben wollen, bzw. nur selten.

Immer mal wieder höre ich von meinen Kindern, dass entweder einer oder beide Erwachsene schlecht über mich reden. Als ich meinen Ex darauf ansprach, schob er die Schuld, mehr oder minder, auf seine neue Freundin.
Leider kenne ich sie gar nicht, habe nur ein paar mal mit ihr telefoniert. Sehen wollte sie mich angeblich nie, obwohl ich so langsam glaube, dass es von meinem Ex nur erzählt wurde. Ich habe den Eindruck, dass er um jeden Preis verhindern möchte, dass wir aufeinander treffen.
Ich habe das alles geschehen lassen, aber nun kann ich nicht mehr einfach dastehen. Er untergräbt meine Autorität, indem er meiner Tochter Sachen zusagt, die ich verboten habe. Dort wird erzählt, dass ich die Kinder nicht lieb habe und dass sie nur bei mir wohnen dürfen, damit ich Geld bekomme. Das wirkt sich doch schlecht auf die Psyche der Kids aus oder sehe ich das falsch?
Jedenfalls bin ich eben nicht mehr die liebe stille, sondern habe nun gefordert, dass er sich die Kinder abholen solle.
Er und seine Freundin behaupten nun, dass dies ein Unding wäre und gar nicht üblich.
Bin ich wirklich in der Pflicht 80km zu fahren, um ihm die Kids zu bringen?

Und muss ich mir diese Hetztereien weiter gefallen lassen?

Bisher hatten wir uns geeinigt was den Unterhalt angeht, aber ich nehme stark an, dass ich wesentlich zu wenig bekomme.
Andererseits habe ich Bedenken einen Titel zu beantragen, da er selbständig ist und sicher einiges am Finanzamt vorbei geht.

Bin echt fertig, weil er mir auch ständig vorwirft, dass ich die Kinder schlecht behandle. Mit einem zwölfjährigen Mädchen gibts nunmal auch Ärger, das kann doch niemand abstreiten.
Er hat sich nie gekümmert. Kein Geburtstag und kein Weihnachten hat er sich bei den Kids sehen lassen und jetzt bin ich die Böse?

Kennt sich jemand da aus.
Gibt es Gesetze dagegen und auch eine Regelung, die das Bringen oder Holen besagt. Kann man das irgendwo nachschlagen?

Vielen Dank schon im Voraus!
Yvi


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 Betreff des Beitrags: Re: Bringen oder abholen lassen?
BeitragVerfasst: 30. Jan 2010, 03:15:44 
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Registriert: 30. Jan 2010, 01:56:56
Beiträge: 1
Auch wenn's nicht mehr ganz so Aktuell ist, gibts doch viele für die das Thema Aktuell ist. Von daher Antworte ich auch für Zukünftige Leser.

1.) Der Elternteil der nach der Beziehungstrennung auch von den Kindern getrennt wird (meist der Vater) hat in diesem Land die Absolute A-Karte gezogen. Dies zu Verdauen/Zu Verkrafte dauert insbesondere bei Männern seine Zeit (auch Jahre). Psychologisch bedingt ist es für die Mehrheit der Männer (wenn man ganz ehrlich ist) einfacher einen Radikalen Schlußstrich zu ziehen, als jede Woche/aller 14-Tage erneut den empfundenen Verlust seines Kindes durchleben zu müssen. Von daher haben insbesondere viele Väter am Anfang der Zeit nach der Trennung, manchmal nicht viel Lust auf die Kinder. Da geht einem zuvel Wut und Schauriges durch den Kopf. Persönlich glaub ich ist es besser wenn man das erstmal Verdaut und dann wieder Umgang mit den Kindern hat. Ansonsten besteht die Gefahr das man ungewollt seinen Frust dann doch an den Kindern auslässt. Wenn man erstmal gemerkt hat, das man auch unter diesen Schwierigsten Bedingung noch schöne Zeiten mit den Kindern haben kann, dann legt sich das von ganz Allein.

Wie sagt man so schön: Beim Essen kommt der Appettit! Und bei Kindern kommt beim Umgang halt Kust auf mehr oder so. :D

2.) Wenn das Kind jedes Wochenende beim getrenntem Elternteil ist, für 2-Tage, dann sind dies nur 104 Tage im Jahr. Weniger als 1/3. Dafür zahlt man vollen Unterhalt, und muss die Kosten die das Kind in dieser Zeit bei einem selbst Verursacht zu 100% selber tragen (Kein Kindergeld, kein Unterhalt, kein Gar-Nix). Man zahlt also doppelt und das für weniger Umgang, weniger Rechte.

Von der wenigen Zeit die man mit dem Kind hat, soll man am besten dann Zeit dafür abgeben das man das Kind abholt und zurück bringt. (Diese Zeit gilt bereits als Umgang! :AHA: )Was nützt dem KIND das?

Die einfachste und Fairste Regel ist, jeder holt das Kind ab. So stellt der eine sicher das er das Kind pünktlich bekommt, der andere das er es pünktlich zurück bekommt.

3.) Wenn du dies schon 7 Jahre ähnlich gehand habt hast, geht man von einem Gewohnheitsrechts (Stichwort zum googeln) aus. Vorallem da dies die Fairste Lösung ist.Und niemanden Benachteiligt. Denn Verursacher sind die Eltern. Also 2 Person => also Halbe Halbe.

4.) WENN IHR wirklich AN DEM WOHL EURES KINDES intressiert seit, dann steckt euren privaten Kram ganz weit weg. Sollte es grundsätzliche Loyalitäts Probleme geben, wie es hier der Fall zu sein scheint, schlage ich euch folgende Regelung vor:

ER holt das Kind am Freitag von der Schule ab, und bringt es Montag zur Schule zurück (Kindergarten bei jüngeren Kindern). So das Das Kind nicht zwischen die Fronten der Eltern kommt. Geburstag und Weihnachten jedes Jahr Abwechselnd, einmal beim Vater, einmal bei der Mutter. Ganz wichtig ist hierbei der Wunsch des Kindes!!!!!!!! Ich persönlich bevorzuge die Variante 24.Dez Feiert das Kind in dem Haushalt wo es wohnt, 25. Dez beim anderen Elternteil. Am eigentlichen Geburstag feiert das Kind in dem Haushalt wo es Wohnt, am darauf folgendem Wochenende oder am folge Tag beim anderen Elternteil. Ferien Erste Hälfte beim anderem Elternteil, zweite Hälfte bei dem wo es Lebt. Bei ungrader Tagesanzahl, bekommt der andere Elternteil den Tag mehr. Feiertage, und Schulfreietage die auf einen Freitag vor Umgangswochenende fallen oder auf einen Montag nach Umgangswochenende, Verlängern den Umgang um diesen Tag. Geburstag der Eltern und Großeltern so wie Geschwister, ist das Kind dort wo Geburstag gefeier wird. Überschneiden sich Gebustage hab ich dann auch keine Lösung :oops: :wink:

5.) Unterhalt. Es gibt zwei Typen von Eltern für mich wenn es um Unterhalt geht. Die einen haben Angst zu wenig Unterhalt zu bekommen, und die anderen Lieben einfach nur Ihre Kinder. Sollte der Unterhalt also ausreichen und du hast nur das Gfühl das du Rechtlich gesehn noch mehr bekommen könntest (oder willst mehr weil du Sauer auf deinen Ex bist), dann "Dort wird erzählt, dass ich die Kinder nicht lieb habe und dass sie nur bei mir wohnen dürfen, damit ich Geld bekomme." Trifft dies vollkommen zu.

Sollte der Unterhalt tatsächlich nicht reichen, kannst du rechtlich zwar dagegen vorgehen, bedenke aber das du dann fast immer auch gegen deine Kinder vorgehst. (Jedes Kind ist min. 45% Vater, 45% Mutter. Wenn man also gegen des anderen Elternteil vorgeht, Ihn Beleidigt, etc, so greift man IMMER ein Teil des Kindes an!) Denn euren Kindern nützt es weder wenn der andere Elternteil bettel Arm wird nur weil du laut Gesetzt Recht hast oder dachtest das er in wirklichkeit Millionär wäre, was er aber gar nicht ist. Noch nützt den Kindern es etwas wenn die Fronten noch mehr Verhärten.

In diesem Fall würde ich als ALLER ERSTES daran denken was für die KINDER das Richtigste wäre. Also egal wie scheiße sich der/die Ex verhält, das tun, was die Situation verbessert oder nicht mehr verschlimmert.

Wenn also mehr Bedarf an Unterhalt von nöten ist, mach doch eine genau Auflistung der Kosten die durch das Kind verursacht werden. Dann eine gegen Auflistung was für Einnahmen Kindsbezogen jeden Monat in die Kasse kommen. Dann berechne was DU an Unterhalt zahlen müsstest wenn es umgekehrt wäre. Dann nimm die Kosten Summe, ziehe das Kindergeld ab, ziehe andere Einahmen die Kindsbezogen sind ab, ziehe den Aktuellen Unterhalt des EX-Partners ab, ziehe den Theoretischen Unterhalt den du zahlen müsstest ab, und schon erhälst du den Betrag der fehlt. Kommt ein Negativer Wert heraus, so zahlt der andere Eindeutig zuviel.

Ist es wirklich zuwenig, lege dem anderem diese Kalkulation vor und BITTE Ihn 50% von diesem Fehlendem Betrag mehr zu Überweisen.

6.) Wenn 5.) jemand nicht verstehen sollte der ein Kind bei sich in der Obhut hat.

Der andere soll Unterhalt zahlen, weil euch durch das GEMEINSAME KIND Kosten entstehen.
Habt Ihr mal daran gedacht das dem anderem auch Kosten entstehen?
Vielleicht hat das Kind beim anderem Elternteil auch ein Kinderzimmer, was bewohnt oder nicht auch jeden Monat Kosten verursacht.
Das Kind wird beim anderen auch Essen, Trinken, Strom, Wasser, Wärme, Verbrauchsmaterialien verbrauchen.
Der andere wird dem Kind Geschenke kaufen, Unternehmungen anstellen, in den Urlaub fahren.
Wenn ein Kind mit dem anderem Elternteil z.b: einen ganzen Monat in die Sommer Ferien oder so fährt. Darf er vollen Unterhalt bezahlen, obwohl er zusätzlich für alle Kosten in die durch den Umgang, Unterkunft und Verpflegung des Kindes entstehen aufkommen muss.

Wenn Ihr also meint es ist Fair das man für die Kosten aufkommt die das Kind beim anderen Verursacht, dann beteiligt euch doch als erstes bei den Kosten die der andere hat. Ich Verspreche, das dann, in den meisten Fällen, der Unterhalt pünktlich und in voller Höhe mit Wohlgefallen gezahlt wird. :TOP:


WAS LERNENEN WIR DARAUS:
1.) Wer sein Kind liebt, denkt als Erste an die Intressen seines Kindes. Weder an seinen persönlichen Vorteil, noch daran wie man dem anderen Schaden kann. Und das unabhängig davon ob man laut Gesetzt Recht hätte/hat.

2.) Wenn die Kinder alt genug sind, kann man auch ruhig die Kinder Fragen was SIE möchten.

3.) Wenn man sich als Erwachsene trennt, und einer möchte so wenig Kontakt mit dem EX wie möglich, soist das sein gutes Recht was respektiert werden muss. Jeder hat ein Recht, nochmal Neu anzufangen und ein PRIVAT-Leben zuhaben. Wer das nicht aktzeptiert sollte sich nicht Wundern das es ein Echo gibt.

4.) Wenn man ein Problem mit jemanden hat, sollte man es mit dem klären, und nicht über Dritte. UND SCHON GAR NICHT ÜBER DIE KINDER!

5.) Versetzt euch einfach in die Lage des anderen. Wenn Ihr also Unterhalt zahlen müsst. Stellt euch vor wie es wäre wenn das Kind die ganze Zeit bei euch Wohnen dürfte/müsste. Welche Kosten hättet Ihr. Welche Einschränkungen (z.B.: Aufgabe des Berufs) hättet Ihr und so weiter. Und dann fragt euch wieviel Unterhalt ihr bräuchtet. Und was Ihr dann bekommen wölltet.

Wenn Ihr die Person seit bei dem das Kind lebt und Ihr bekommt den Unterhalt, dann stellt euch vor wie es andersrum wäre. Wenn Ihr das Kind nur aller 14-Tage und so hättet. Was für Kosten hättet Ihr dann. Was für Probleme oder zusätzliche Belastungen (z.B.: Eingeschränkt sein in der Lebensplanung, weil aller 14-Tage hat man ja das Kind. Und wenn man das so selten hat, gibt man es dann nicht unbedingt mal weg, damit man was anderes machen kann. Oder seine Konten und so weiter vorm Partner NACKT zu machen) hättet Ihr. Fändet Ihr es Fair wenn Ihr hart Arbeiten geht, Geld Verdient, vom Kind nur was auf Zuteilung habt. Dafür dem anderen immer viel Geld überweisen dürft und für eure Kosten (die durch das Kind entstehen) dürft Ihr zu 100% allein Aufkommen? Manchmal sogar so, das der Unterhalts Empfänger trotz geringerem Einkommens mit dem Kind z.B.: viel schönere Urlaube machen kann und man selber muss schon den Groschen Umdrehen wenn man mit dem Kind mal ins Schwimbad geht?

6.) Also Haus-Tiere sind Laut Gesetz eine Sache. Und Sachen haben BESITZER.
Kinder sind laut Gesetzt Menschen. UND MENSCHEN GEHÖREN NUR SICH SELBST! Es ist also KEIN EIGENTUM, also Behandelt Sie nicht so. Pfui!


Musste mal (gesagt) gschrieben werden.


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